DEVK-DepotRente Basis, Chance oder Garantie: welche Variante passt

Von Jochen Verbeet am 28. Oktober 2026
Die DEVK startet die DepotRente in drei Varianten: Basis als kostengedeckeltes Standarddepot, Chance mit freier Fondsauswahl und Garantie mit Beitragserhalt. Die Unterschiede klingen technisch, entscheiden aber über mehrere zehntausend Euro Endkapital. Welche Variante zu welchem Anlegertyp passt, was die Kostendeckelung wirklich bedeutet und warum Garantie seltener sinnvoll ist, als die meisten denken.

Die DEVK bringt zum Start der neuen geförderten Altersvorsorge drei Varianten an den Markt: DepotRente Basis, Chance und Garantie. Sie unterscheiden sich nicht nur im Namen, sondern in der Fondsauswahl, in der Kostenstruktur, im Ablaufmanagement und im Abschlussweg. Dieser Beitrag stellt die drei nebeneinander und sagt, für wen welche passt.

Die Kurzfassung

BasisChanceGarantie
Gesetzliche KategorieStandarddepotAltersvorsorgedepotGarantieprodukt
Beitragsgarantiekeinekeine80 % oder 100 %
Fondsauswahlzwei feste ETFsfreie Auswahl aus der DEVK-FondspaletteFondsauswahl mit Absicherung
Kostengesetzlich gedeckelt, laut DEVK deutlich unter 1 % p. a.abhängig von der Fondsauswahlhöher, die Garantie kostet
Abschlussonline und in der Beratungnur in der Beratungnur in der Beratung
Verfügbar ab1. Januar 20272. Quartal 20272. Quartal 2027

DepotRente Basis: der Standard, den der Gesetzgeber entworfen hat

Das Standarddepot ist die Variante, die der Gesetzgeber als Einstiegsprodukt für alle gedacht hat, die sich nicht mit Fondsauswahl beschäftigen wollen. Entsprechend eng sind die Vorgaben. Genau das ist hier ein Vorteil.

Angelegt wird in zwei ETFs. Einen Aktien-ETF auf den MSCI World, der rund 1.300 große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Industrieländern abbildet, mit einer Gesamtkostenquote von 0,06 Prozent im Jahr. Dazu einen ETF auf europäische Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating und 0,09 Prozent Kostenquote. Beide sind thesaurierend, Erträge werden also automatisch wieder angelegt.

Sie entscheiden nur eines: die Gewichtung zwischen Aktien und Anleihen. Wer dreißig Jahre Zeit hat, gewichtet den Aktienanteil hoch. Wer näher am Rentenbeginn steht, nimmt mehr Anleihen.

Der entscheidende Punkt bei dieser Variante sind die Kosten. Das Gesetz deckelt die Effektivkosten des Standarddepots bei 1,0 Prozent pro Jahr, die DEVK gibt an, deutlich darunter zu liegen. Zum Vergleich: Klassische Riester-Rentenversicherungen lagen in der Effektivkostenbetrachtung häufig bei 1,5 bis über 2 Prozent. Ein Prozentpunkt weniger Kosten über dreißig Jahre macht bei 150 Euro Monatsbeitrag einen fünfstelligen Unterschied im Endkapital.

Das Ablaufmanagement läuft beim Standarddepot gesetzlich vorgegeben: Zu drei fest definierten Zeitpunkten vor Rentenbeginn wird in sicherere Zielfonds umgeschichtet.

Für wen Basis passt

  • Sie wollen eine Entscheidung treffen und danach Ruhe haben.
  • Kosten sind Ihnen wichtiger als Auswahlmöglichkeiten.
  • Sie möchten im Januar 2027 starten, nicht erst im zweiten Quartal.
  • Ein weltweit streuender Aktien-ETF deckt Ihren Anlagewunsch ab.

DepotRente Chance: wenn Sie die Fonds selbst aussuchen wollen

Die Chance-Variante ist das echte Altersvorsorgedepot im Sinne des Gesetzes. Statt zweier vorgegebener ETFs wählen Sie aus der Fondspalette der DEVK, die um den MSCI-World-ETF und den Unternehmensanleihen-ETF erweitert wurde. Sie bestimmen Zusammensetzung und Gewichtung und können im Verlauf umschichten.

Der Unterschied zum Standarddepot liegt nicht nur in der Auswahl, sondern auch im Ablaufmanagement. Statt drei fester Umschichtungszeitpunkte wird hier in den letzten fünf Jahren vor Rentenbeginn monatlich schrittweise in Zielfonds umgeschichtet. Das glättet das Risiko, an einem einzigen ungünstigen Stichtag den Großteil des Depots zu verkaufen.

Der Preis dafür: Die Kosten sind nicht gesetzlich gedeckelt, sondern hängen von Ihrer Fondsauswahl ab. Wer hier aktiv gemanagte Fonds mit 1,5 Prozent laufenden Kosten wählt, hebt den Kostenvorteil der Reform teilweise wieder auf.

Für wen Chance passt

  • Sie haben bereits ein Depot und wissen, was eine Gesamtkostenquote ist.
  • Sie wollen Schwerpunkte setzen, etwa Nachhaltigkeit oder Schwellenländer.
  • Das gleitende Ablaufmanagement ist Ihnen den Aufpreis wert.
  • Sie können bis zum zweiten Quartal 2027 warten.

DepotRente Garantie: Sicherheit, die etwas kostet

Die Garantie-Variante sichert Ihnen zum Beginn der Auszahlungsphase wahlweise 80 oder 100 Prozent der eingezahlten Beiträge zu. In der Ansparphase können Sie trotzdem in Fonds investieren, die Absicherung läuft über das Sicherungsvermögen der DEVK.

Zwei Dinge sollten Sie dabei wissen.

Erstens kostet eine Garantie Rendite. Kapital, das zur Absicherung gebunden ist, kann nicht am Aktienmarkt arbeiten. Je höher die Garantie, desto niedriger das Renditepotenzial. Genau diese Mechanik war das Grundproblem der Riester-Rente mit ihrer Pflicht zur Hundertprozentgarantie.

Zweitens verlangt die 100-Prozent-Variante eine deutlich längere Mindestlaufzeit als die übrigen Produkte und hat ein niedrigeres Höchsteintrittsalter. Wer mit Mitte vierzig einsteigen möchte, kommt für die Vollgarantie unter Umständen schon nicht mehr infrage.

Für wen Garantie passt

  • Sie haben weniger als fünfzehn Jahre bis zum Rentenbeginn.
  • Schwankungen im Depot würden Sie nachts beschäftigen.
  • Diese Vorsorge ist Ihre einzige kapitalgedeckte Säule und muss planbar sein.

Wenn mehrere dieser Punkte auf Sie zutreffen, ist die 80-Prozent-Variante in der Regel der bessere Kompromiss als die Vollgarantie. Sie nimmt die meiste Nervosität aus der Sache und lässt noch genug Spielraum für Rendite.

Die ehrliche Empfehlung

Für den weitaus größten Teil der Interessenten ist die DepotRente Basis die richtige Wahl. Die Begründung ist unspektakulär, aber belastbar: Die Kosten sind gesetzlich gedeckelt und tatsächlich niedrig, die beiden vorgegebenen ETFs sind eine solide Kombination und die Variante ist sofort verfügbar. Die Fondsauswahl, die Chance zusätzlich bietet, verbessert das Ergebnis nur, wenn Sie sie tatsächlich nutzen und dabei auf die Kosten achten. Sonst verschlechtert sie es.

Zur Garantie greifen sollten Sie nur, wenn Ihr Anlagehorizont kurz ist oder Sie Schwankungen nachweislich nicht aushalten. Garantie als Reflex gekauft ist über zwanzig Jahre eine teure Beruhigungspille.

Ein Punkt zum Zeitplan, der Geld spart

Nur die Basis-Variante startet im Januar. Wenn Sie Chance oder Garantie wollen, können Sie erst im zweiten Quartal 2027 abschließen. Das ist kein Nachteil: Die Zulage wird für das gesamte Beitragsjahr gewährt, nicht anteilig nach Abschlussmonat. Wer im Mai abschließt und bis Dezember 1.800 Euro einzahlt, bekommt die volle Grundzulage von 540 Euro für 2027.

Ein überhasteter Abschluss im Januar in der falschen Variante bringt also keinen Zulagenvorteil, bindet Sie aber möglicherweise für Jahrzehnte an eine Struktur, die nicht passt.

Was wir für Sie tun können

Die Entscheidung zwischen den drei Varianten hängt an vier Größen: Ihrem Anlagehorizont, Ihrer tatsächlichen Risikotragfähigkeit, Ihrer übrigen Vermögensstruktur und der Frage, ob Sie sich mit Fonds beschäftigen wollen oder nicht. Diese vier gehen wir in einem Gespräch durch, meist in zwanzig Minuten.

Wir betreuen DEVK-Kundinnen und -Kunden bundesweit per Telefon und Video. Wenn Sie einen festen Ansprechpartner bei der DEVK haben, bei dem alles läuft, rufen Sie dort an. Wenn Sie keinen haben oder seit Jahren nichts gehört haben: Wir übernehmen das.

Termin buchen oder schreiben Sie an info@jochen-versichert.de.

Den Gesamtüberblick zur Reform, zur Förderhöhe und zum Umgang mit bestehenden Riester-Verträgen finden Sie im Hauptbeitrag DEVK Altersvorsorgedepot 2027.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen DepotRente Basis und Chance?

Bei der Basis-Variante sind zwei ETFs fest vorgegeben und die Kosten gesetzlich gedeckelt, der Abschluss ist online möglich. Bei der Chance-Variante wählen Sie die Fonds selbst aus der DEVK-Fondspalette, die Kosten hängen von Ihrer Auswahl ab und der Abschluss läuft über die Beratung.

Welche ETFs stecken in der DepotRente Basis?

Ein breit streuender Aktien-ETF auf den MSCI World mit rund 1.300 Unternehmen aus 23 Industrieländern und 0,06 Prozent Kostenquote sowie ein ETF auf europäische Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating und 0,09 Prozent Kostenquote. Die Gewichtung zwischen beiden bestimmen Sie.

Kann ich die Variante später wechseln?

Ein Wechsel des Anbieters muss gesetzlich kostenfrei möglich sein, in den ersten fünf Jahren darf ein Abschlag von maximal 150 Euro anfallen. Für den Wechsel zwischen den DEVK-Varianten gelten die Bedingungen, die zum Produktstart veröffentlicht werden. Planen Sie trotzdem so, als wäre die Entscheidung dauerhaft.

Lohnt sich die Garantie-Variante?

Bei einem Anlagehorizont unter fünfzehn Jahren oder ausgeprägtem Sicherheitsbedürfnis ja, dann meist in der 80-Prozent-Variante. Bei zwanzig Jahren und mehr kostet die Garantie in der Regel mehr Rendite, als sie an Sicherheit bringt.

Was kostet die DEVK-DepotRente?

Beim Standarddepot, also der Basis-Variante, deckelt das Gesetz die Effektivkosten auf 1,0 Prozent pro Jahr. Die DEVK liegt nach eigenen Angaben darunter. Abschluss- und Vertriebskosten werden über die gesamte Vertragslaufzeit verteilt statt in den ersten Jahren abgezogen.

Ab welchem Alter kann ich abschließen?

Ab 15 Jahren. Das Höchsteintrittsalter liegt in der Regel bei 55 Jahren, bei der Variante mit 100 Prozent Beitragsgarantie deutlich darunter, weil dort eine längere Mindestlaufzeit vorgeschrieben ist.

Stand: Oktober 2026. Produktdetails der DEVK-DepotRente können sich bis zum Marktstart noch ändern. Maßgeblich sind die zum Abschluss gültigen Versicherungsbedingungen und gesetzlichen Regelungen. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung.

Geschrieben von Jochen Verbeet
Jochen Verbeet ist seit 2009 für die DEVK tätig und führt eine Versicherungsagentur in Heinsberg. Mit seinem Team betreut er Privat- und Gewerbekunden regional vor Ort und bundesweit per Telefon und Video. Seine Schwerpunkte sind Altersvorsorge, die Absicherung historischer und denkmalgeschützter Gebäude sowie die betriebliche Altersvorsorge im Schienensektor.

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